
174 J KARDIOL 2008; 15 (5–6)
ÖKG-Jahrestagung – Abstracts
Simultane 64-Zeiler Spiral-CT-Koronarangiographie
bei der kardialen CT-Untersuchung vor geplanter
Katheterablation von Vorhofflimmern 079
B. Schmitt, C. Steinwender, W. Schützenberger, S. Hönig, R. Hofmann, F. Fellner,
F. Leisch
I. Medizinische Abteilung mit Kardiologie, AKH Linz
Hintergrund Durch zunehmende technische Verbesserungen hat
sich die CT-Koronarangiographie (CT-KA) mittels hochauflösen-
der Spiral-Computertomographie (CT) als zuverlässige Methode
zum Ausschluß einer koronaren Herzkrankheit (KHK) etabliert.
Spiral-CT-Untersuchungen werden jedoch auch zunehmend zur Er-
fassung anatomischer Informationen, die für eine integrative Bild-
gebung bei der Ablation von Vorhofflimmern (VHF) verwendet
werden, durchgeführt. Da VHF in gewissem Ausmaß mit einer zu-
grunde liegenden KHK assoziiert ist, erscheint eine simultane CT-
KA bei Patienten (P) mit Herz-CT vor geplanter VHF-Ablation
sinnvoll.
Wir untersuchten Machbarkeit, Qualität und Aussagekraft der
simultanen CT-KA bei kardialer CT-Untersuchung von P mit VHF
und fehlender KHK-Anamnese.
Methodik Patienten (P) mit paroxysmalem VHF und niedriger bis
mittlerer Prätestwahrscheinlichkeit für KHK, bei denen zur Vor-
bereitung der VHF-Ablation einer Herz-CT-Untersuchung geplant
war, wurden in das Register aufgenommen. Nicht eingeschlossen
wurden P mit bekannter KHK, nach Koronarinterventionen oder
aortokoronarer Bypassoperation.
Die Erfassung der kardialen Anatomie und der CT-KA erfolgte mit
dem selben Scan nach intravenöser Kontrastmittelinjektion.
Zusätzlich erfolgte ein Kalzium-Scoring (Agatston-Score-Äquiva-
lent, ASÄ).
Die Auswertung erfolgte unmittelbar nach Ende der Untersuchung.
Es wurde der Ausschluß einer KHK oder Nachweis einer nicht-sig-
nifikant stenosierenden Sklerose (NSS) beziehungsweise von signi-
fikanten Koronarstenosen (> 70 %, SST) evaluiert. Die Qualifizie-
rung der CT-KA als unauffällig (ASÄ = 0 und normales Angio-
gramm), nicht NSS und SST erfolgte ebenso wie die Beurteilung
der Bildqualität in gut, mittel und schlecht im Konsens zweier
Untersucher.
Ergebnisse Es wurden 46 P (35 männlich) mit einem mittleren
Alter von 63 ± 9 Jahren untersucht.
Die mittlere Scan-Zeit betrug 13,9 ± 0,7 Sekunden, die mittlere
Herzfrequenz der P während der Untersuchung 54 ± 6 Schläge/Mi-
nute. Bei allen P konnten die gewonnenen anatomischen Informa-
tionen für die Ablation des VHF verwendet werden. Das mittlere
ASÄ war 178 ± 88. Bei 45 P erlaubte die Bildqualität eine Untersu-
chung aller Gefäße (gut bei 40, mittel bei 5 P), bei einem P machten
hochgradige zirkuläre Gefäßverkalkungen eine valide Befundung
unmöglich. Eine koronare Herzerkrankung konnte bei 14 P (30 %)
ausgeschlossen werden, weitere 22 P (48 %) wiesen eine NSS auf,
während bei 10 P (22 %) zumindest eine SST suspiziert wurde. Bei
diesen P wurde eine konventionelle Koronarangiographie durchge-
führt, in der sich signifikante Stenosen in 5 Fällen (50 %) zeigten.
Schlussfolgerung Im Rahmen einer kardialen CT-Untersu-
chung für geplante VHF-Ablationen kann simultan eine CT-KA mit
hoher Bildqualität erfasst werden. Bei P mit paroxysmalem VHF
und geplanter Ablation ist auch ohne typische KHK-Anamnese eine
Atherosklerose der Koronararterien in etwa der Hälfte der Patienten
zu erwarten.
Analyse von Instent-Stenosen und Stentthrombo-
sen: Inzidenz, klinische Marker und IVUS-Ergebnisse
063
H. Schuchlenz, D. Botegal, S. Harb, G. Waltl, W. Weihs
Department für Kardiologie und Intensivmedizin, LKH-Graz-West
Einleitung Die Inzidenz der Koronaren Stentthrombose (STT)
beträgt in rezenten Studien < 1–2 %.
Methodik Wir überprüften anhand unserer Herzkatheter-Daten-
bank die Inzidenz von Instent-Stenosen und Stentthrombosen, wel-
che zwischen 1. Jänner 2007 und 31. Dezember 2007 dokumentiert
wurden.
Ergebnisse Von 1374 Patienten, welche einer Koronarangio-
graphie unterzogen wurden, erfolgten bei 564 Patienten (730) per-
kutane Interventionen (PCI). Davon wurden 342 Patienten (60 %)
wegen eines akuten Koronarsyndroms (ACS), interveniert (130
STEMI, 192 NSTEMI). Von 52 Patienten, deren Erstprozedur in
5 verschieden österreichischen Zentren durchgeführt wurde, zeig-
ten 19 Patienten ein ACS (STEMI 9, NSTEMI 10). Von diesen
19 Patienten hatten 8 einen Drug-eluting Stent (DES), 9 einen
Bare-metal Stent (BMS) und 2 einen antikörperbeschichteten Stent
(AKS). Es zeigten sich 2 akute STT (1 DES, 1 BMS), 4 subakute
STT (1 DE, 2 BMS, 1 AKS), 7 Spätthrombose (3 DE, 3 BMS, 1
AKS) und 6 sehr späte STT (3DES [range 1–3 Jahre] und 3 BMS
[range 1–10 Jahre]). Die intravaskuläre Ultraschalluntersuchung
(IVUS, Volcano, Eagle Eye
®
Gold) zeigte bei (75 %) eine subopti-
male Expansion des Stents bzw. ein Malapposition der Stentstruts
und in 25 % eine hochgradige Intimahyperplasie. Die häufigste
Risikokonstellation war eine DE-Stentimplantation während eines
ACS bei der Erstprozedur.
Zusammenfassung Stentthrombosen zeigen sich bei DES und
BMS und sind möglicherweise Folgen einer suboptimalen Implan-
tationstechnik.
Stellenwert des MS-CT (64-Zeiler) im Management
der suspekten KHK: Auswirkungen auf die Interven-
tions-/Ausschlussrate im Herzkatheterlabor 064
H. Schuchlenz, D. Botegal, S. Harb, G. Waltl, W. Weihs
Department für Kardiologie und Intensivmedizin, LKH-Graz-West
Einleitung In ca. 20–35 % der Herzkatheteruntersuchungen
(HK), die mit einer Morbidität von 1 % und Mortalität von 0,1 %
verbunden sind, erfolgt ein Ausschluss einer obstruktiv wirksamen
koronaren Herzkrankheit. Rezente Studien bescheinigen dem
MSCT bei einem selektioniertem Patientengut einen sehr hohen
negativen Vorhersagewert („negative predictive value”, NPV
> 90 %), damit könnte diesen Patienten eine invasive Untersuchung
erspart werden.
Methodik Wir überprüften anhand unserer Herzkatheter-Daten-
bank die Häufigkeit von Ausschlüssen einer obstruktiv wirksamen
KHK, die zwischen 1. Jänner 2005 und 31. Dezember 2007 doku-
mentiert wurden. Patienten mit einer gering bis mäßigen Vortest-
wahrscheinlichkeit wurden ab dem Jahr 2006 vermehrt einer
MSCT-Untersuchung zugeführt. Die Befundung erfolgte in Koope-
ration mit dem Radiologen teleradiologisch.
Ergebnisse Über einem Beobachtungszeitraum von 12 Monaten
wurden 111 Patienten von der kardiologischen Ambulanz einem
MSCT zugewiesen, eine obstruktiv wirksame KHK konnte bei 95
(85 %) Patienten ausgeschlossen werden. Von niedergelassenen
zuweisenden Internisten/Kardiologen wurden 192 MSCTs indi-
ziert, davon konnte bei 137 (70 %) Patienten eine obstruktiv wirk-
same KHK ausgeschlossen werden. 73 Patienten wurden aufgrund
eines pathologischen MSCT-Befundes angiographiert, wobei eine
obstruktiv wirksame KHK bei 60 Patienten (82 %) unter zusätzli-
chen Einsatz von Druckdraht oder intravaskulärem Ultraschall
(IVUS) bestätigt wurde.
Die Interventionsrate (PCI/CABG) stieg von 44 % im Jahr 2005 auf
55 % im Jahr 2006 und 56 % im Jahr 2007. Die HK-Zahlen blieben
weitgehend stabil (von 2005 bis 2007: 1116, 1323, 1375). Die Aus-
schlussrate einer obstruktiv wirksamen KHK nahm von 33 % im
Jahr 2005 auf 20 % im Jahr 2007 ab.
Die Wartezeit für Hochrisikopatienten konnte dabei von 10 Tagen
auf 0 Tage reduziert werden.
Zusammenfassung Der gezielte Einsatz des MSCT ermöglichte
eine Effektivitätssteigerung unseres Herzkatheterlabors durch Re-
duktion der unauffälligen Koronarangiographien.
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