
162 J KARDIOL 2008; 15 (5–6)
ÖKG-Jahrestagung – Abstracts
Klasse-I- und Klasse-IIII-Antiarrhythmika war ineffektiv. Eine
nachfolgend durchgeführte elektrische Kardioversion brachte bis
auf einen für 10 Schläge anhaltenden Sinusrhythmus ebenfalls kei-
nen Erfolg. Daraufhin wurde die Patientin zur weiterführenden
invasiven Abklärung an unsere Abteilung transferiert.
In der elektrophysiologischen Untersuchung zeigte sich unter BB-
Therapie eine anhaltende atriale Tachykardie mit einer atrialen Ta-
chykardie-Zykluslänge von 390 msec. und inkonstanter AV-Über-
leitung. Das Oberflächen-EKG deutete auf eine atriale Tachykardie
im hohen rechten Vorhof hin mit positiven P-Wellen in den inferio-
ren und linksgerichteten Ableitungen. Ein Aktivierungsmapping
mit einem elektroanatomischen Mapping-System (CARTOTM;
Biosense Webster) wurde durchgeführt und die früheste lokale Ak-
tivierung im anterolateralen Bereich der Vena cava superior knapp
unterhalb der Aufteilung in die rechte und linke Vena brachio-
cephalica detektiert. Durch Manipulation in diesem Bereich wurde
die Tachykardie vorübergehende mechanisch terminiert. Radio-
frequenzenergie wurde daraufhin im Bereich der frühesten lokalen
atrialen Aktivierung a/jointfilesconvert/272007/bgegeben (20 Watt, 20 Sekunden) und eine
sofortige Terminierung der atrialen Tachykardie erzielt. In der Kon-
trollstimulation wurden keine Rhythmusstörungen mehr ausgelöst.
Die danach durchgeführte Kontrastmitteldarstellung der VCS sowie
die CT-Untersuchung waren unauffällig. Die Patientin ist seit nun-
mehr 5 Monaten ohne antiarrhythmische Medikation beschwerde-
frei.
Unseres Wissens ist dies die erstmalige Beschreibung einer medika-
mentös therapierefraktären Form einer unaufhörlichen fokalen
atrialen Tachykardie aus der Vena cava superior. Im Vergleich zu
den Fallberichten in der Literatur wurde die VCS nicht isoliert, son-
dern der Fokus direkt abladiert.
Telemedizinische Nachkontrolle von Patienten mit
ICDs: Zeit- und Kostenersparnis 088
P. Lercher
1
, K. Thudt
2
, S. Linder
3
, B. Rotman
1
, P. Vock
2
, H. Mayr
2
, B. Pieske
1
1
Abteilung der Kardiologie, Universitätsklinik für Innere Medizin, Universitätsklinik
Graz;
2
3. Medizinische Abteilung, Landesklinikum St. Pölten;
3
Medtronic Österreich
GmbH
Hintergrund Durch die stetig wachsende Anzahl von Patienten
mit implantierbaren Kardioverter-Defibrillatoren (ICD) sind neue
Strategien in der ICD-Patientennachsorge erforderlich, um weiter-
hin effektive Nachkontrollen durchführen zu können. Die Verwen-
dung neuer telemedizinischer Technologien könnte eine Methode
sein, um die steigende Anzahl an Patienten besser bewältigen zu
können.
Ziel dieser prospektiven Studie war es, Patientenakzeptanz und
Durchführbarkeit sowie Zeit- und Kostenersparnis des neuen
Medtronic CareLink-Systems in der Routinenachsorge von ICD-
Patienten zu erheben.
Methoden In 2 Zentren wurden konsekutive Patienten mit einem
implantieren Medtronic ICD im Rahmen der Routinenachsorgen
eingeschlossen. Anstelle 3-monatiger Nachkontrollen im implan-
tierenden Zentrum, überprüften die Patienten ihr ICD-Aggregat mit
einem speziellen Monitor zu Hause und sendeten die verschlüssel-
ten Daten über eine Standardtelefonleitung an einen Daten-Server,
welche die Ärzte im Folgenden auf einer sicheren Webseite kon-
trollieren konnten. Die übermittelten Daten sind die gleichen, die
während einer konventionellen Nachsorge a/jointfilesconvert/272007/bgefragt werden, wie
z. B. programmierte Parameter, Systemintegritätsdaten und Epi-
sodendaten mit EGMs inklusive eines 10 Sekunden-online-EGM
zum Zeitpunkt der Übertragung. Die Datensammlung erfolgte wäh-
rend der konventionellen Nachsorge bei Einschluss und nach einem
Jahr sowie bei jeder telemedizinischen Fernnachsorge. Die Zeit-
ersparnis für den Patient wurde mit speziellen Fragebögen erfasst,
der jeweilige zeitliche Aufwand für den Arzt gemessen und die
Kostenreduktion anhand des festgesetzten Kilometergeldes kalku-
liert.
Ergebnisse 149 Patienten (Alter 67 ± 12 Jahre) wurden einge-
schlossen (Einkammer-ICDs 33, Zweikammer-ICDs 86, CRT-D
30). Während eines durchschnittlichen Nachsorgezeitraumes von
163 ± 77 Tage erfolgten insgesamt 202 Übertragungen. Davon wur-
den 23 außerplanmäßige Fernnachsorgen aufgrund von Sympto-
men oder ICD-Schocka/jointfilesconvert/272007/bgaben durchgeführt. Während des Nach-
sorgezeitraumes gab es keine falschen oder inkorrekten Übertra-
gungen.
Für Patienten, die zu einer konventionellen Nachsorge anreisten,
betrug die durchschnittliche Anreisedistanz zwischen Krankenhaus
und Wohnort 48 ± 45 km, die durchschnittliche Anreisezeit war
50 ± 28 min., die Wartezeit 34 ± 31 min. 13 % der Patienten wurden
mit einem Krankentransport zum Krankenhaus gebracht. Der Pati-
entenaufwand für eine Fernnachsorge von zuhause betrug 11 ±
6 min. Auf der Seite der Ärzte dauerte eine konventionelle Nach-
sorge im Krankenhaus durchschnittlich 31 ± 10 min., eine Fern-
nachsorge 4,5 ± 2,5 min., dies entspricht einer 85%igen Zeit-
reduktion. Die kalkulierte Transportkostenersparnis betrug € 38 ±
31 pro Patient.
Zusammenfassung Die Fernnachsorge mit dem Medtronic
CareLink-System ist eine praktikable und sichere Methode in der
Routinenachsorge von ICD-Patienten mit signifikanter Zeit- und
Kostenersparnis für Patient und Arzt bei gleichwertiger Qualität der
Nachkontrolle. Die Implementierung des Systems als Routinekon-
trolle in der ICD-Nachsorge würde mit einer Kostenreduktion für
das Gesundheitssystems verbunden sein.
Lebensdauer der einzelnen ICD-Geräte in Abhängig-
keit von Gerätetyp und Hersteller 092
P. Lercher, B. Rotman , D. Scherr, S. Perl, F. Heinzel, B. Pieske
Abteilung der Kardiologie, Universitätsklinik für Innere Medizin, Universitätsklinik
Graz
Hintergrund Der implantierbare Kardioverter-Defibrillator (ICD)
ist eine etablierte Therapie in der Sekundär- und Primärprävention
des plötzlichen Herztodes. Neben Sicherheit und adäquater Thera-
piea/jointfilesconvert/272007/bgabe ist die Lebensdauer eines ICD-Aggregates von aus-
schlaggebender Bedeutung für Arzt und Patient. A/jointfilesconvert/272007/bgesehen von
den Angaben der Hersteller sind Daten zur Lebensdauer der einzel-
nen ICD-Aggregate begrenzt.
Das Ziel dieser Untersuchung war die Evaluierung der Lebensdauer
der unterschiedlichen ICD-Aggregate in Abhängigkeit vom Geräte-
typ und Hersteller.
Methoden Alle Patienten, bei denen an unserer Abteilung zwi-
schen Jänner 1995 und Februar 2008 eine ICD-Implantation durch-
geführt wurde, sind für die Evaluierung herangezogen worden. Die
Lebensdauer von Einkammer- (VVI), Zweikammer- (DDD) und
biventrikulären ICD-Systemen (CRT-D) wurde bei allen Aggrega-
ten berechnet, die die Kriterien zum elektiven Aggregatwechsel
(ERI) erreichten. Ausgeschlossen wurden Patienten mit vorzeiti-
gem Aggregatwechsel aufgrund einer Tascheninfektion, Aufrüs-
tung auf ein DDD- oder CRT-D-System oder eines empfohlenen
Austausches wegen möglicher technischer Defekte einzelner Gerä-
tetypen.
Ergebnisse Im Beobachtungszeitraum zwischen 1995 und 2008
wurden insgesamt 758 ICD-Implantationen durchgeführt, davon
191 (25,2 %) Aggregatwechsel. Bei 161 erfolgte der Austausch
wegen Batterieerschöpfung (VVI 78, DDD 56, CRT-D 27). Die
mittlere Lebensdauer lag bei 58,3 ± 17 Monate (VVI 59,6 ± 17.6;
DDD 58,8 ± 17,3; CRT-D 53,6 ± 14,4 Monate). 12 Aggregate hatten
eine Lebensdauer unter 3 Jahren, bei 9 betrug sie mehr als 7 Jahre
(maximale Lebensdauer 102 Monate). Die Lebensdauer der ICD-
Aggregate differierte innerhalb der einzelnen Hersteller signifikant:
Medtronic 65,8 ± 15,5 Monate, Guidant/Boston 54,8 ± 14,9,
St. Jude Medical 41,2 ± 7,5 und Intermedics 36,3 ± 1.
Zusammenfassung In unserem Kollektiv war die durchschnitt-
liche Lebensdauer der ICD-Aggregate nahezu 6 Jahre. Bei den un-
terschiedlichen Gerätetypen konnte keine signifikante Beeinflus-
sung der Lebensdauer nachgewiesen werden, ein signifikanter Un-
terschied konnte jedoch zwischen den verschiedenen Herstellern
beobachtet werden.
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