
156 J KARDIOL 2008; 15 (5–6)
ÖKG-Jahrestagung – Abstracts
Der prozentuale Anteil der elektrisch stimulierten Ca-Freisetzung
aus dem SR („fractional Ca release”) war vergleichbar (36 ± 4 %
β1TG vs. 44 ± 3 % WT; p = n. s.). Die Zeitkonstante des Abfalls des
Ca-Transienten in Gegenwart von Koffein (TAUcoff) wird durch
die Aktivität des NCX bestimmt. TAUcoff war in β1TG signifikant
verzögert (3683 ± 337 ms vs. 2304 ± 272 ms; p < 0,01). Die sequen-
zielle Messung von TAUstim und TAUcoff erlaubte die Berech-
nung der Zeitkonstante von SERCA während des diastolischen Ab-
fall der Ca-Transienten bei 0,5 Hz; dabei fand sich kein signifikan-
ter Unterschied zwischen β1TG und WT (235 ± 27 ms vs. 199 ±
20 ms). Die Proteinexpression von NCX im linksventrikulären My-
okard war unverändert.
Zusammenfassung Eine verminderte NCX-Aktivität im Vor-
wärtsmodus (Ca-Extrusion) trägt zum verzögerten diastolischen
zytosolischen Ca-Abfall nach chronischer Stimulation des β1-
Adrenozeptors in vivo bei. Die unveränderte NCX-Proteinexpres-
sion legt eine funktionelle Aktivitätsminderung des NCX im Vor-
wärtsmodus nahe (z. B. durch erhöhtes intrazelluläres Na+). Die
verminderte NCX-Aktivität im frühen Stadium der Herzinsuffizi-
enz könnte im Hinblick auf die bekannten kardiotoxischen Effekte
einer erhöhten zytosolischen Ca-Last für die Entwicklung der Herz-
insuffizienz von wesentlicher Bedeutung sein.
NO-Eluting Introducer Sheath Prevents Arterial
Vasospasms During Catheterization Procedure 097
R. Hemetsberger, A. Posa, I. Pavo jr., H. Hemetsberger, D. Glogar, M. Gyöngyösi
Division of Cardiology, Department of Internal Medicine II, Medical University of
Vienna
Purpose Inserting an introducer sheath in an artery induces vaso-
spasm and transient or, in worst case, permanent vessel occlusion.
Therefore the aim of our study was to evaluate the antispastic effect
of an NO-eluting introducer sheath on the femoral arteries of juve-
nile domestic pigs, which have similar lumen size as human radial
or cubital arteries.
Methods The access to the right or left femoral artery was per-
formed through direct puncture of the arteries in 20 pigs (30–35 kg).
Either a NO-coated sheath or a non-coated control device (6F) were
inserted randomly into the right and left femoral arteries, respec-
tively. After sheath placement, an angiography of the femoral arter-
ies was carried out, and sham coronary intervention was performed
in order to simulate the shear stress outside the sheath, in contact
with the artery. After 1 hour coronary procedure, angiography of the
femoral artery was repeated, the sheaths were pulled out, and
Angio-Seal closure device was used to close the arterial puncture
site. 10 animals (Group Acute) were euthanized and 10 animals
(Group FUP) were allowed to recover. A week later control angio-
graphy of the right and left iliaca, and femoral arteries were per-
formed using a carotid artery access. The femoral arteries of both
groups were harvested and assessed histopathomorphometrically
and histophathologically.
Results Angiography revealed significant larger proximal and
distal reference diameters of the femoral arteries after the procedure
with NO-eluting sheaths as compared to non-coated control devices
(prox ref. diam.: 4.27 ± 0.40 mm vs 3.77 ± 0.42 mm; p = 0.01 and
dist. ref. diam.: 3.37 ± 0.46 mm vs 2.74 ± 0.53 mm; p = 0.001).
Histopathological results show a trend towards lower luminal
thrombosis with NO-coated devices as compared to control devices
after one week (2.7 ± 3.6 % vs 4.9 ± 5.6 % thrombosis occupying
the lume; p = 0.331).
Conclusion The inseration of the NO-eluting sheath shows effi-
ciency in preventing acute vasospasm during catheterization and
resulted in a trend towards less luminal thrombosis.
Determinanten des NT-proBNP bei Mitralklappen-
prolapssyndrom 006
R. Hiemetzberger, K. Frühwirth, A. Peer, S. Müller, O. Pachinger, J. Mair
Medizinische Universität Innsbruck
Einleitung B-Typ natriuretisches Peptid (BNP) und N-terminales
proBNP (NT-proBNP) erlangen zunehmendes Interesse auch zur
Verlaufskontrolle von Patienten mit Vitien. Allerdings gibt es noch
wenige größere Studien zur Rolle des NT-proBNP bei Patienten mit
primärer Mitralklappeninsuffizienz (MI). Daher untersuchten wir
NT-proBNP bei Patienten mit Mitralklappenprolaps (MKP) und MI
unterschiedlicher Schweregrade.
Methodik Es wurde NT-proBNP bei 72 Patienten (50 Männer,
22 Frauen; Alter: 63,7; Min-max-Jahre) mittels eines Routinetest
von Roche Diagnostics bestimmt. Eine Standardechokardiographie
wurde bei allen Patienten routinemäßig durchgeführt und die fol-
genden Messgrößen erhoben: Diameter und Wandstärken der Herz-
höhlen, sPAP, LVEF, MI-Schweregrad. Das NYHA-Stadium, klini-
sche Zeichen der kardialen Dekompensation, Rhythmus und Medi-
kation wurden erhoben. Zusätzlich wurden alle Standardlabor-
parameter (z. B. Blutbild, Hämogloben, Nieren- und Leberwerte)
routinemäßig bestimmt.
Ergebnisse 26 Patienten zeigten Beinödeme. Die NYHA-Stadi-
enverteilung war wie folgt: 21 I, 20 II, 26 III, 5 IV. 24 Patienten
waren im Vorhofflimmern. MI-Schweregradverteilung: 5 I, 7 II, 32
III und 28 IV. In einem multiplen linearen Regressionsmodell fan-
den sich von allen echokardiographischen, klinischen, demografi-
schen und Laborparametern eine unabhängige, signifikante Assozi-
ation des NT-proBNP (mit abnehmenden Beta-Koeffizienten und
zunehmendem p-Wert) nur mit dem Vorhandensein von klinischen
Zeichen der kardialen Dekompensation, von Vorhofflimmern, dem
Schweregrad der MI und der Größe des linken Vorhofes.
Schlussfolgerung Unsere Ergebnisse zeigen, dass die echokar-
diographischen Parameter der Linksventrikelfunktion und -größe
keine signifikante Assoziation mit NT-proBNP bei einer primären
MI zeigen. Erwartungsgemäß waren klinische Zeichen der kardia-
len Dekompensation, der Rhythmus, die Größe des linken Vorhofes
und der MI-Schweregrad unabhängige signifikante Prädiktoren.
Das Myokardinfarkt-Netzwerk Mostviertel: 1-Jahres-
Ergebnisse 011
M. M. Hirschl, F. Erhart, M. Gattermeier, W. Brunner, F. Steger, F. Pfeffel, H. Mayr
Landesklinikum St. Pölten; Landesklinikum Mostviertel Amstetten; Landesklinikum
Mostviertel Waidhofen/Ybbs; Landesklinikum Mostviertel Melk; Landesklinikum
Mostviertel Scheibbs; Landesklinikum Lilienfeld
Einleitung Die Prognose des ST-Hebungs-Infarktes (STEMI)
hängt vom Zeitintervall zwischen Schmerzbeginn und Reperfusion
durch Thrombolyse (TT) oder primärer koronarer Intervention
(PPCI) ab. Durch die Etablierung von Netzwerken zur Versorgung
von Patienten mit STEMI, konnte eine Verbesserung der Prognose
erzielt werden. Informationen hinsichtlich der Etablierung von
Myokardinfarkt-Netzwerken im ländlichen Raum sind dagegen nur
spärlich vorhanden. Es wurde daher im Juli 2006 das Myokard-
infarkt-Netzwerk Mostviertel in Niederösterreich gegründet, um in
einer ersten Phase (August–Dezember 2006) den Ist-Zustand der
STEMI-Versorgung zu erheben. Auf der Basis dieser Daten wurde
in einer zweiten Phase (Jänner–Juli 2007) ein standardisiertes
Transport- und Behandlungsprotokoll etabliert, um die internatio-
nalen Richtlinien in der Behandlung des STEMI einzuhalten.
Methodik Das Netzwerk Mostviertel besteht aus 5 primär versor-
genden Krankenhäusern (Lilienfeld, Melk, Waidhofen/Ybbs, Am-
stetten, Scheibbs) und dem PCI-Zentrum St. Pölten. Die Notarzt-
stützpunkte der jeweiligen Krankenhäuser sowie der Stützpunkt
Pöggstall (Bezirk Melk) waren in das Netzwerk ebenfalls eingebun-
den. In der primären Phase wurden die Behandlungsstrategien die
inter- und intrahospitalen Transferzeiten und die 30-Tage-Mortali-
tät erfasst. In der zweiten Phase wurden die Behandlungsstrategien
entsprechend den internationalen Richtlinien (AHA und ESC) etab-
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